Die Zahlen, um die es geht
6061-T6 fließt bei 276 MPa, 7075-T6 erst bei 503 – rund 80 % mehr. Das Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht ist wirklich beeindruckend: In manchen tragenden Anwendungen erreicht 7075 die Leistung von Stahl bei einem Drittel des Gewichts. Genau deshalb greifen Flugzeugbeplankungen, Rennsportchassis und hochwertige Waffen danach.
Doch der Rohmaterialpreis für 7075 lag 2026 bei 9 bis 13 Dollar je Kilo gegenüber 3 bis 5 für 6061. Die Werkzeuge halten rund 30 % kürzer, weil sich 7075 schlechter zerspanen lässt. Schweißen ist praktisch unmöglich, denn die Naht verliert dramatisch an Festigkeit. Und im Seeklima korrodiert 7075 schneller, sofern man es nicht beschichtet oder eloxiert.
Wie man entscheidet
Nehmen Sie standardmäßig 6061-T6. Es lässt sich hervorragend zerspanen, in jeder Farbe eloxieren, sauber schweißen und hält Korrosion gut stand. Für 80 % aller Struktur- und Gehäuseteile ist es die richtige Antwort.
Wechseln Sie zu 7075-T6, wenn eingespartes Gewicht bares Geld bedeutet – in der Luftfahrt, im Rennsport, bei Drohnen. Oder wenn sich die Last auf kleine Querschnitte konzentriert, die 6061 nur mit unangenehm dicken Wänden trägt. Oder wenn das Teil wärmebehandelt ankommt und es auch bleibt: kein Schweißen und kein Einsatz über 200 °C, denn darüber bricht die Festigkeit von 7075 rasch ein.
Echte Zahlen aus unserer Werkstatt
Ein Armhalter für eine Drohne, den wir in beiden Legierungen gefräst haben: Die 6061-Variante wog 47 g, die aus 7075 trug dieselbe Last mit 31 g – 34 % leichter bei 2,4-fachen Materialkosten. Bei einer Serie von 10.000 Drohnen ergeben diese 16 g je Arm, mal vier Arme, mal 10.000 Stück, 640 kg eingesparte Masse über das ganze Produkt, was rund vier Minuten mehr Flugzeit je Akkuladung bedeutet. Da lohnt der Aufpreis. Für eine einmalige Laborvorrichtung? Bleiben Sie bei 6061.
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