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Eloxal Typ II gegen Typ III

Dekorativ oder funktional. Dünn oder dick. Farbe oder Verschleiß.

Beides sind Schwefelsäure-Eloxalverfahren, doch Typ II ist dekorativ – dünn und farbig –, Typ III dagegen ist Harteloxal: dick und verschleißfest. Die Wahl verändert Aussehen, Funktion, Kosten und Toleranz.

Oberflächen & VeredelungWuxi, ChinaMOQ 1 TeilDFM-Prüfung inklusive

Die Übersicht nebeneinander.

Typ II (dekorativ)

Gewöhnliches Schwefelsäure-Eloxal. 5 bis 25 µm dick, mit breiter Farbpalette bis hin zu den leuchtenden Eloxaltönen, und 200 bis 250 HV Härte. Es dient der Optik und einem mäßigen Korrosionsschutz.

Typ III (Harteloxal)

Kaltes Schwefelsäure-Eloxal. 25 bis 75 µm dick, mit begrenzter Farbauswahl – meist Schwarz und Dunkelgrau – und 300 bis 500 HV Härte. Die funktionale, verschleißfeste Schicht für Aluminium.

Punkt für Punkt.

MerkmalTyp IITyp III
Schichtdicke5-25 µm25-75 µm
Härte200 bis 250 HV300 bis 500 HV
Prozesstemperatur20-25°C–5 bis 5 °C (kalt)
Verfügbare FarbenBreit (über 20 Farben)Begrenzt (Schwarz, Dunkelgrau)
Abstimmung auf PantoneJaBegrenzt
KorrosionsbeständigkeitGutHervorragend
VerschleißfestigkeitMittelHervorragend
MaßzuwachsGering (die halbe Schichtdicke)Beträchtlich (die halbe Schichtdicke)
Durchschlagfestigkeit200-400 V/µm800+ V/µm
KostenBezugswertDas 1,5- bis 2,5-Fache von Typ II
Lieferzeit2 bis 3 Tage3-5 Tage
Typische AnwendungenUnterhaltungselektronik und ZierteileWaffen, Luftfahrt, Industrie

Wann welches.

Wählen Sie Typ II, das dekorative, wenn:

Wählen Sie Typ III, das harte, wenn:

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Häufige Fragen

Dekorativ oder funktional – Fragen

Warum heißt Typ III „Harteloxal“?

Typ III hinterlässt eine weit härtere Oberfläche als Typ II: 300 bis 500 HV gegenüber 200 bis 250. Erreicht wird das durch einen kälteren Elektrolyten von –5 bis +5 °C statt Raumtemperatur, höhere Spannung und längere Prozesszeit. Die entstehende Oxidschicht ist dichter und härter und hält dem Verschleiß fünf- bis zehnmal besser stand. Genau dafür setzt man sie ein.

Warum gibt es bei Typ III so wenige Farben?

Die Schicht des Typs III ist dunkler und poröser als die des Typs II und nimmt Farbstoff anders auf. Schwarz zieht gut ein und ergibt ein gleichmäßiges, tiefes Schwarz; andere Farben wirken matter und weniger leuchtend als bei Typ II. Für kräftige Farben also Typ II, für verschleißfestes Schwarz Typ III. Ein paar weitere Töne sind bei Typ III möglich – Bronze, Rotbraun, Dunkelblau –, doch die Palette bleibt schmal.

Macht der Maßzuwachs Schwierigkeiten?

Typ III ist dick: Diese 25 bis 75 µm verändern das Maß spürbar, je zur Hälfte nach innen und nach außen. Bei eng tolerierten Stellen wie Lagerbohrungen oder Anlageflächen muss man das einrechnen oder abdecken. Üblich ist, solche Maße vor dem Eloxieren etwas im Untermaß zu fertigen und das Sollmaß erst mit der Schicht zu erreichen. Abgedeckt werden gern Innengewinde und Lagerbohrungen – das kostet extra, sichert aber die Maßhaltigkeit.

Kann ich beides auf einem Teil vorschreiben?

Schwierig: Es sind verschiedene Verfahren, und ein Eloxaldurchgang liefert nur einen Typ. Die Auswege: Bereiche abdecken und ein zweites Mal eloxieren, was teuer ist und die Lieferzeit verdoppelt; das ganze Teil in Typ II eloxieren und nur die Verschleißstellen anders aufwerten, etwa durch eine PVD-Schicht oder einen Einsatz; oder umkonstruieren, sodass ein Typ genügt. Bei den meisten Teilen entscheiden Sie sich für einen – die Mischung ist Spezialarbeit.

Taugt es zur elektrischen Isolierung?

Typ III hat dank der dickeren, dichteren Schicht die höhere Durchschlagfestigkeit: über 800 V/µm gegenüber 200 bis 400 bei Typ II. Genutzt wird das zur elektrischen Isolierung in Luftfahrt und Industrie. Als Alternativen bleiben das seltene leitfähige Eloxal oder eine bewusst nicht eloxierte Fläche mit Isolierhülse. Bei Aluminiumteilen unter Hochspannung liefert Typ III eine brauchbare elektrische Trennung.

Wie unterscheidet sich der Korrosionsschutz?

Typ II wie Typ III verbessern den Korrosionsschutz gegenüber blankem Aluminium erheblich. Typ III ist dicker und dichter und schützt deshalb auf Dauer besser, vor allem in rauer Umgebung. Für den Außeneinsatz an der Küste oder auf See über zwanzig Jahre und mehr nimmt man Typ III; bei Unterhaltungselektronik im Innenraum genügt Typ II. Das Verdichten nach dem Färben verbessert beide noch einmal.

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